BILDERLEBEN im Gesundheitswesen

Krankheit, gesundheitliche Beeinträchtigung und Alter gehen oft mit existentiellen Ängsten und Nöten wie Hilflosigkeit, Wut und Trauer einher. Oft bedeutet eine Diagnose eine tiefgreifende seelische Verletzung und Identitätskrise, die alleine nicht bewältigt werden kann. Bei den Betroffenen herrschen eine Vielzahl von Gefühlen, denen sie und ihre Angehörigen oft hilflos gegenüber stehen. Oft fehlen im Pflegekontext der Freiraum und die Mittel gegen diese Verunsicherung und Perspektivlosigkeit vorzugehen.
In unserer Arbeit mit gesundheitlich beeinträchtigen Menschen geht es uns darum, Betroffene wieder in Ihrem Lebenswillen und Ihrer Identität zu stärken.
Psychologisches BILDERLEBEN hilft dabei, einen Ausweg aus der Perspektivlosigkeit und Hilflosigkeit zu eröffnen. Sie unterstützt die Betrachter, die Wirklichkeit einmal anders sehen zu können. Sie bietet einen geschützten Erfahrungsraum, um sich mit den Bedingungen des eigenen Lebens und Erlebens anders und sinnstiftend auseinandersetzen können. Zugleich hilft die Arbeit mit Kunst den Blick auf sich und auf andere zu sensibilisieren und zu reflektieren
Kunst eröffnet Durchblicke darauf, was unsere Lebenserfahrung ausrichtet und zusammenhält. Kunstwerke beinhalten kollektive Grundkonflikte des Seelischen und eröffnen gleichzeitig Spielräume für einen neuen, individuellen Umgang mit ihnen. Sie eröffnen uns Auswege aus der Orientierungslosigkeit; an ihnen können wir belastbare Perspektiven der Lebensbewältigung erschließen.

Methode
Kunstwerke dienen in unserer Methodik als Schlüssel zu neuen Erlebniswelten. Durch die intensive Auseinandersetzung mit einem Bild eröffnet sich weit mehr als man dem Bild vordergründig zuschreiben würde. Kunstwerke sind nicht nur starre Abbilder, sondern sie treten mit uns während der Betrachtung in einen lebendigen Austausch. Angefangen beim ersten Eindruck geraten wir mit dem Bild in eine Entwicklung. Zunächst Gesetztes wird im nächsten Moment in Frage gestellt, umgedeutet, mehrmals aufgebrochen und dann wieder zueinander in Beziehung gesetzt. Das Kunstwerk dient demnach als "Medium", um einen kreativen Prozess einzuleiten. Dabei vereinen Bilder Widersprüchliches und lassen uns die Komplexität der Wirklichkeit erfahren. Anstatt uns vorschnell für eine Position entscheiden zu müssen, ermöglicht uns das Bild mehrere Sichtweisen zuzulassen und auszuprobieren.

Wir bekommen Einblick in die eigenen Umgangsformen mit verschiedenen Grundthematiken des Alltags und der eigenen Lebensgeschichte.
Es kommt jedoch nicht nur zu einem Dialog zwischen Betrachter und Bild, sondern auch unter den Teilnehmern. Sie geraten darüber in Austausch, wie der eigene Umgang mit der Wirklichkeit gestaltet ist. Dadurch lernen sie sich selbst und andere neu zu verstehen und eingefahrene Strukturen aufzubrechen. Dabei geraten Rollenverteilungen und Zuschreibungen spürbar in Bewegung. Am Ende steht die Erfahrung, dass erst durch die Integration aller Sichtweisen komplexe Grundthematiken entschlüsselt werden können.

Es geht in den Workshops zunächst darum, vorgegebene Denkmuster und festgefahrene Strukturen zu erkennen, um sich für neue Gedanken und Ideen zu öffnen. Im Vordergrund steht das unzensierte, freie Erleben. Wissen, Logik und Rationales sind nicht gefragt. Auch Wertungen oder Einordnungen wie richtig – falsch gibt es nicht. Stress und Belastungen des Alltags bleiben einmal draußen.
Das Erleben gestaltet sich jedoch nicht losgelöst und beliebig, sondern steht immer in direktem Zusammenhang zum jeweiligen Bild. Jedes Kunstwerk beinhaltet eine eigene Grundthematik, die im Workshop erfahren wird. Die Kunstwerke werden jeweils sorgfältig vor ihrem Einsatz auf ihre Grundthematik untersucht und auf die Teilnehmerbedürfnisse abgestimmt.

 
Ansprechpartner
Gesundheitswesen:


KÖLN

Markus Surrey
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THÜRINGEN

Anne Badel
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